Hautkrankheiten bei Kleintieren

Die Dermatologie, also die Lehre von Hautkrankheiten, ist ein von den Besitzern unserer Haustiere immer mehr zur Kenntnis genommenes Wissensgebiet. Man hört regelmäßig: mein Hund oder mein Katze kratzt oder leckt sich permanent. Leider gibt es für diese Erscheinungsform des „Jucken und Kratzen“ sehr viele verschiedene Ursachen und ein kurzer Blick reicht nicht aus, um diese Ursachen auseinander zu halten.

Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung Dermatologie gibt es in Deutschland noch sehr wenige. Aber die intensive Ausbildung ist notwendig, um die vielfältigen Symptome zu einem Gesamtbild zusammenzufügen, aber auch, um seltener Krankheitsbilder zu erkennen.

Als häufigstes Krankheitsbild werden allergische Reaktionen gesehen. Diese können durch Umweltallergene (Pollen, Hausstaubmilben) oder durch Futterbestandteile hervorgerufen werden. Durch den ständigen Juckreiz kommen die Tiere häufig nicht zur Ruhe und auch der Besitzer fühlt sich zunehmend gestört. Meist kommen noch Begleitinfektionen hinzu, die den Juckreiz weiter verschlimmern. Alle diese Faktoren müssen von einem Dermatologen berücksichtigt werden, um eine patientengerechte Therapie vorschlagen zu können.

p01.jpgWeiterhin kann die Haut Ursache für Zoonosen (vom Tier auf den Mensch übertragbare Krankheiten) sein. Sowohl Pilzinfektionen aber auch Parasiten können auf den Mensch übergehen und bei dem Patientenbesitzern oder anderen Kontaktpersonen Hauterkrankungen auslösen.

Daher ist die Untersuchung von Hautkrankheiten sehr zeitaufwendig. Zuerst muss eine meist schon länger währende Krankengeschichte aufgenommen werden. Anschließend erfolgt eine gründliche Untersuchung nicht nur der Haut, sondern des gesamten Tieres, um festzustellen, ob noch weitere Probleme oder Krankheiten vorliegen, die eventuell das Hautproblem ausgelöst haben könnten.

Die Hautuntersuchung selbst erfordert Probenentnahmen von der Hautoberfläche und den Haaren, manchmal aber auch Probenentnahmen der gesamten Haut – so genannte Biopsien. Die meisten Proben können direkt bei uns im Labor untersucht werden. Ebenso können die häufig notwendigen Blut- und Zelluntersuchungen direkt in der Praxis weiterverarbeitet und beurteilt werden.
In unserer Praxis werden folgende Untersuchungen direkt durchgeführt:

  • Haaruntersuchungen
  • Hautabklatsch oder – geschabsel zum Nachweis von Parasiten und Keimen
  • Untersuchungen von Ohrsekretproben
  • Pilzkulturen
  • Blutuntersuchungen (Blutbild und klinische Chemie)
  • Blutfunktionstests (Hormonstörungen)
  • Nachweis von Blutparasiten
  • Lymphknotenpunktion mit zytologischer Untersuchung
  • Intrakutane Allergietests (Goldstandard in der Humanmedizin)
  • Biopsieentnahme (Hautproben) zur histologischen Untersuchung
  • Feinnadelaspirationen mit zytologischer Untersuchung von Hauttumoren

 
p02.jpgÜbrigens gehören auch Erkrankungen der Ohren zu dem Arbeitsgebiet der Dermatologen, denn auch die Innenauskleidung der Ohren ist Haut. Daher sind die Ursachen für Ohrenentzündungen häufig die gleichen wie bei der (für den Besitzer äußerlich sichtbaren) Haut.

Gerade Erkrankungen der Ohren stellen für Hunde und Katzen ein großes Problem dar, da sie häufig sehr schmerzhaft sind. Meist ist die äußerlich zu erkennende Veränderung der Ohrmuschel nur die Spitze des Eisberges. Der Gehörgang des Hundes ist mehrere Zentimeter lang und zudem geknickt, sodass ein Einblick in den gesamten Gehörgang ohne Hilfsmittel nicht möglich ist. Mit Hilfe einen Video-Otoskops kann der Besitzer mit der Tierärztin gemeinsam den Zustand des Gehörgangs einsehen.

Die zytologische Untersuchung eines Ohrabstriches gibt wichtige Auskunft über die im Ohr vorhandenen Keime und Entzündungszellen. Ohne diesen Abstrich ist eine korrekte Diagnose und Behandlung der Ohrentzündung nicht möglich.
 
In Anschluss an die durchgeführten Untersuchungen werden die erhobenen Befunde dem Tierbesitzer erläutert und die notwendige die Behandlung ausführlich besprochen. Fragen, die oft erst im Laufe einer Behandlung entstehen, können sowohl bei Kontrollterminen oder, falls notwendig, auch telefonisch beantwortet werden.

Stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass sich z.B. Ohrpolypen oder Tumore im Gehörgang befinden, können diese bei einem Folgetermin bei uns entfernt werden. Auch dabei ist die Verwendung des Videoendoskops hilfreich, da die vorhandenen Strukturen deutlich besser dargestellt werden können. Zudem können dem Besitzer durch die Dokumentation mittels Bilder oder Videos die durchgeführten Maßnahmen veranschaulicht werden.
 
Da sich in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wie England und Frankreich, bisher nur sehr wenige Tierärzte auf das Gebiet der Dernatologie spezialisiert haben, hat ein Großteil meiner Ausbildung im Ausland stattgefunden. Dazu gehören Kurse der European School of Advanced Veterinary Science sowie Tagungen und Kongresse im Ausland.

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Im März 2006 habe ich die Zusatzbezeichnung Dermatologie bei Kleintieren erhalten.

Nach dem Ablegen der "Alternative Route Qualifying Examination" des European College of Veterinary Dermatology (ECVD) war ich von 2007 bis 2011 als alternative Residentin in der dermatologischen Abteilung des Tierspitals der Vetsuisse Universität Zürich tätig. Dort arbeitete ich mit mehreren Diplomates des ECVDs zusammen und habe zusätzlich wissenschaftliche Studien durchgeführt. Im Juli 2011 legte ich erfolgreich mein Examen zum Diplomate of the European College of Veterinary Dermatologie (DECVD) ab. Mit diesem Examen gehöre ich nun zu den international anerkannten Spezialisten der Veterinärdermatologie.

Auch in Zukunft werde ich mit anderen Diplomates aus Deutschland, Schweiz und England zusammenarbeiten und gemeinsam Studien durchführen. Zudem nehme ich regelmäßig an Kongressen und Kursen im In- und Ausland teil.



Weiterhin bin ich auch Mitglied in folgenden dermatologischen Gesellschaften:

  • Deutsche Gesellschaft für Veterinärdermatology
  • European College of Veterinary Dermatology
  • Vollmitglied der European Society for Veterinary Dermatology
  • British Veterinary Dermatology Study Group
  • Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft